Butzes Aborea Runde

Der große Goblinkrieg
Goblinkrieg

Die grobe Vorgeschichte

Während eines Festes in Leet kam Nachricht, das ein verletzter Reiter es bis nach Leet geschafft hat. Dieser gehörte zu den Truppen des Magierrates. Eigentlich im Begriff zu sterben wurde er durch Magie wieder ins Reich der Lebenden geholt. Er war auf dem Weg zu einem der Magiergefängnisse die Tief im Galgrat sind. Es war die Ablöse für die alte Wache. Auf dem Weg wurden sie von Goblins überfallen.

Die Gruppe machte sich auf. Auch sie wurden im Frühlingsschnee von Goblins überfallen. Nach einer harten Schlacht bei einer Brücke reisten sie weiter in Richtung des Gebirges. Auch hier wurden sie überfallen von Goblins, und kamen schließlich zu einem großen Tor im Berg. Es wurde mit einem großen Schlüssel geöffnet. Die Gruppe betrat diese Festung und geriet in den Kampf mit Goblins und dann mit einem Magier der zwei Balrogs erschuf. Die Gruppe flüchtete und befreite sich aus dem Gefängnis.

Vor den Toren die nun verschlossen waren trafen sie auf die Reiter des Magierrates. Sie übergaben den Schlüssel und ritten nach Leet. Vor Leet gab es nun ein Heerlager. Ca. 150 Soldaten des Magierrates, sowie 500 Soldaten von Padova waren vor Ort. Seltsamerweise war der Schlüssel nun verschwunden, und niemand konnte sich mehr erinnern an wen der Schlüssel übergeben wurde von den anderen.

Es gab viele Fragen. Um Licht ins Dunkel zu bringen machte sich die Gruppe auf nach Padova. Durch einen Hinweis nahmen sie die alten Zwergenbahnen. Hier gelangten sie in große Gefahr in einem Zwergenstellwerk. Die Leichen vorher hatten sie schon gewarnt. Hier nahm der Zwergenkrieger einer Leiche eine Plattenrüstung ab und zog sie an. Es kam zum Kampf mit einer Gargyle im großen Zwergenstellwerk. Sie gewannen. Auch mehrere Truppen Zwerge kamen just vorbei. Doch anstatt die Helden zu feiern wurden sie Gefangen genommen. Dem Zwergenkrieger wurde der Prozess gemacht. Er verlor seinen halben Bart und wurde verurteilt innerhalb eines Jahres eine Heldentat zu vollbringen.

Die Gruppe reiste weiter nach Padova über den Landweg mit einer Kutsche. Wieder wurden sie von Goblins überfallen. Dann kamen sie nach Padova. Sie berichteten dem Hauptmann der Stadtwache von den Vorgängen im Casnywidd und wurden von ihm gleich zu Lady Emeralde geschickt. Sie klärte die Helden auf das es sich bei dem Magier um einen Ilusionisten handelt. Seine Illusionen sind jedoch sehr Gefährlich. Man müsste durch spezielles Kristall schauen um der Illusion nicht zu erliegen und Schaden zu erleiden. Dieses gibt es nur noch in einer Mine in Xharxa. Und dorthin sollen sich unsere Helden nun aufmachen…
Am Abend wurden sie beim Essen von 5 Schwarzgekleideten Assasinen überfallen. Sie entkamen dem überlegenen Feind nur durch das Auftauchen von Lady Emeralde.
Wie wird es weiter gehen?

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Aborea – Stellwerk. Auf dem Weg nach Padova
Das Stellwerk

Tagebucheintrag von Liliza

Die Gargyle war erlegt und Ardgrimm hatte sich die Heldenrüstung angeeignet.

„Wir hatten kaum gerastet und während Lunis und Arbas einige Seitengänge überprüften, um uns vor weiteren bösen Überraschungen zu bewahren, versuchte der Rest unserer Gruppe unsere Abreise per Lore vorzubereiten. Fast fertig mit unserer Arbeit, die Lore war auf den Schienen platziert und abfahrbereit, kündigte sich mit dem für sie typischen Rumpeln mindestens ein weiteres solches Gefährt an. Da wir nicht mit einem freundlichen Besuch rechneten, gingen wir in einem der Räume der Station in Deckung. Durch den Türspalt beobachteten wir die Ankömmlinge. Die gute Nachricht war – wenn man das so sagen darf – es waren „nur“ Zwerge, die schlechte: es waren Zwerge. Und zwar viele davon. Nicht schon wieder Zwerge. Meine Göttin steh mir bei! Als ob einer davon nicht schon genügen würde. Ich ahnte, weshalb sie hier waren, aber was auch immer der Grund war, es war mit Sicherheit ein äußerst schlechter Zeitpunkt um hier zu sein. Doch so wie die Dinge lagen wäre es trotzdem das Beste direkt aus dem Versteck zu treten und sich vorzustellen. Die Zwerge würden hier jeden Stein umdrehen, erst recht wenn sie von ihren toten Kameraden wussten oder sie fanden. Mein Vorschlag traf vor allem bei dem dummen Zwerg auf wenig Begeisterung – er würde uns allen mal noch den Kopf kosten. In diesem Fall eher früher als später, je nachdem wie hitzköpfig diese groben kleinen Wesen diesmal sein mochten. Ich hoffte nur Lunis + der dreiäugige Magier liefen ihnen nicht in die Arme. Vor allem wenn man bedachte, dass der arrogante Menschenmann das Feingefühl eines Vorschlaghammers besaß. Schließlich traten wir aus unserem Versteck hervor und die Katastrophe nahm ihren Lauf…
Jubel ging durch die Reihen der Zwerge, als sie Ardgrimm in der Rüstung des Toten erblickten. Das war gar nicht gut. Mit einem seligen Lächeln im Gesicht kam der Zwerg, der offenbar das Amt des Kommandanten bekleidete, auf ihn zu um ihn in die Arme zu schließen. Die Verwechslung war so offensichtlich, dass es sogar Ardgrimm erfasste, doch noch bevor er richtig losstottern konnte flog die unfreiwillige Tarnung auf, die Stimmung änderte sich schlagartig. Wut und Feindseligkeit schlug uns entgegen. So kannte ich dieses kriegerische Völkchen am besten. Kurzerhand wurden wir gefangengenommen und gefesselt mit einem Aufpasser und der toten Gargyle zusammen in eine dieser Loren verfrachtet, die uns zu ihrer hiesigen Hauptstadt Ehrenhall bringen sollte. Vermutlich würden sie uns ihrem König vorführen und uns den Prozess machen. Ich fragte mich, ob es gut oder schlecht für uns war, dass wir den Zwerg dabei hatten. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich Person des Interesses sein würde, fand ich die Vorstellung ein Zwergengericht tagen zu sehen doch äußerst spannend. Hätte Thomas das nur sehen können…
Zunächst aber wurden wir erwartungsgemäß in ein Verließ gebracht bis die Verhandlung beginnen sollte. Als es soweit war versetzte es mich in Staunen. Der Schauplatz des Tribunals war beeindruckend: auf einer riesigen scheinbar frei stehenden Plattform versammelte sich der Rat um das Königspaar. Der gesamte Aufbau war taktisch klug, der Angeklagte sitzt in der Mitte der weitläufigen Platte, der Thron des Königspaars, die Plätze des Rates und sogar die Tribünen der Zuschauer, die die Fläche wie eine Arena umschließen, befinden sich in erhöhten Positionen. Das schafft insgesamt eine sehr einschüchternde Athmosphäre. Durch die Weitläufigkeit und die Anordnung soll ein Gefühl der Ausweglosigkeit und Verlorenseins geschaffen werden. Ich kann nicht sagen, dass mir diese Taktik gefällt, auch wenn ich die Kunstfertigkeit der Umsetzung anerkennen muss. Es ist ein altes Kampferprobtes Volk und es weiß seine Mittel einzusetzen. Vor dem Königspaar zu stehen kommend bekundete ich ihnen meine Respekt mit einer Verbeugung. Wash tat es mir gleich, nur der dumme Zwerg schöpfte mal wieder aus den Vollen seiner schlechten Eigenschaften und blieb starrköpfig stocksteif stehen. Ich kenne ihn und seinesgleichen mittlerweile gut genug um zu wissen was ihn dazu bewog. Der verbohrte kleine Mistkerl gedachte vor niemand anderem als seinem eigenen König niederzuknien, sondern lieber erhobenen Hauptes dem Untergang entgegenzusehen. Doch diesmal hing nicht nur sein Schicksal davon ab. Meine einzige Hoffnung, dass er es zumindest nicht NOCH schlimmer machte, ging dahin. Ich muss sagen es verschaffte mir eine gewissen Genugtuung, dass er bei dem Versuch dem Schlag in die Kniekehlen zu widerstehen,zu Boden ging. Nach einem äußerst kindischen Hin und Her kniete er schließlich vor dem König. Welch Verschwendung von Zeit und Energie und wie wenig hilfreich. Die Klage wurde in der Gemeinsprache erhoben: man warf dem Zwerg vor sich der Leichenfledderei und der Aneigneignung fremder Heldentaten schuldig gemacht zu haben und uns die Beihilfe. Es stellte sich heraus, dass Ardgrimm einen Kriegshelden bestohlen hatte. Eine Legende, die drei Heldentaten vollbracht hatte und damit in die Geschichtsbücher der Zwerge eingegangen war. Ich musste an Thomas denken und erkannte die Ironie der Situation. Wie oft hatte ich ihm widersprochen, weil er der Meinung war unsere Völker müssten sich besser kennen lernen, um Missverständnisse zu vermeiden. Wie viele Stunden hatten wir diskutiert, ob man die Sitten und Bräuche der anderen Völker kennen und ihre Geschichte studieren sollte. Ich war stets dagegen gewesen, ich hatte meine Welt nicht teilen wollen. Und die Tatsache dass und ausgerechnet ein anderer Zwerg in diese Lage gebracht hatte, ließ mich fast auflachen. Nacheinander durften wir Stellung nehmen. Wash war sachlich, aber wie immer war sie weder redselig noch wortgewandt. Während von dem Zwerg außer der Aussage, ihm sei der Brauch seine Heldentaten auf der Rüstung zu verewigen nicht bekannt, erwartungsgemäß nur Unfug kam, versuchte ich die Argumente darzulegen, die für uns sprachen. Nämlich dass ihre armen Kameraden schon seit längerem dort liegen mussten und wir wohl kaum neben ihnen gewartet hätten, bis man uns dort fand. Des Weiteren wir uns aufgrund der hohen Verluste so tapferer Krieger wie dieser auf schwere Kampfhandlungen einstellen mussten und da eine so vortreffliche Rüstung wie die ihres Helden geradezu lebensnotwendig erschien. Zusammen mit ein wenig Charme schienen diese Argumente ihre Wirkung nicht zu verfehlen, sie schienen milde gestimmt zu sein. Doch leider ließen sie den dummen Zwerg noch einmal zu Wort kommen und dieses Wesen schien die Dinge nur dann nicht noch schlimmer zu machen wenn er schlief (Notiz an mich: Schlafmittel). Die Stimmung kippte. Ich übte mich also noch einmal in Schadensbegrenzung und hatte in diesem Zuge das außerordentliche Vergnügen das damit zu tun ihn als den Trottel zu benennen, der er ist. Womit ich ihm vermutlich auch noch das Leben gerettet habe. Der Rat begann wie für Zwerge üblich laut zu debattieren. Nach einigen Stunden waren sie immer noch zu keinem Entschluss gekommen. Ich sah einen Zwerg in unserer Nähe unbehaglich sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagern. Es war der gleiche Zwerg, der uns sowohl zur Stadt, als auch zum Gefängnis gebracht hatte. Ich erinnerte mich des Namens Retinas und sprach ihn an. Ein letztes Mal versuchte ich Einfluss auf das Urteil zu nehmen indem ich unsere Hilfe bei der Aufklärung anbot. Froh sich bewegen zu können, begab er sich zu den Debattierenden und überbrachte meine Nachricht, die wenig Wirkung zeigte. Doch das war auch gar nicht nötig. Die Fakten sprachen für uns und auch der Umstand, dass Ardgrimm als Zwerg aus fernen Ländern die hiesigen Traditionen fremd waren fand ebenfalls Beachtung. Entgegen meiner Erwartung wurde noch am selben Tag eine Entscheidung gefällt: sie waren bereit unser Vergehen milde zu beurteilen und uns nicht in den Lavaströmen der Stadt zu versenken, wenn wir weiterhin versuchen wollten den aus dem Zwergenverließ geflohenen General zu verfolgen. Diese Wendung kam überraschend. Mir war nicht klar gewesen dass unser Auftrag größere Kreise gezogen hatte. Auch waren sie gut informiert über die Details, interessant. Unserem Ardgrimm allerdings würde eine zusätzliche Bürde auferlegt. Innerhalb eines Jahres sollte er eine echte Heldentat vollbringen, oder das Todesurteil würde vollstreckt werden. Dieses Urteil nahm er gelassener hin als angemessen war, doch den zweiten Teil seiner Strafe wollte er nicht hinnehmen: die Hälfte seines Bartes sollte es ihn Tribut kosten. Die Vollstreckung erfolgte sofort und beinah hätte er mir leid getan, so unglücklich umklammerte er die Reste mit den Händen. Welche Lächerlichkeit eine ganze Kultur auf diesem struppigen Geflecht aufzubauen. Es war vorbei. Die Versammlung löste sich auf, die Zuschauer verließen die Ränge. Mir stach eine Menschenfrau ins Auge, die auf den Tribünen stand und das Geschehen aufmerksam beobachtet hatte. Sie war mir schon bei unserer unrühmlichen Ankunft an der Endstation der Lore aufgefallen. Wie seltsam, eine Menschenfrau unter all diesen Zwergen. Wieder musste ich an Thomas denken, aber ich verdrängte diese Gedanken. Wir wollten so schnell wie möglich wieder aufbrechen und Retinas wurde uns als Begleiter zugeteilt, der nun die nächsten 365 Tage an unserer Seite bleiben würde um sich davon zu überzeugen, dass der Zwerg die an diese Reise geknüpften Bedingung erfüllte. Ansonsten würde er für die Vollstreckung des Urteils sorgen. Ich mochte ihn. Er war ein nachdenklicher, eher ruhiger Mann – eine für Zwerge eher ungewöhnliche Eigenschaft – erweckte aber den Eindruck sich im Kampf durchaus behaupten zu können. Wir würden sehen. Wir blieben noch eine Nacht in Ehrenhall und wohnten der Beisetzung von …
bei, der sich als der Bruder der Königin herausstellte. Und Ardgrimm schaffte es tatsächlich mich positiv zu überraschen indem er dem Toten seinen Respekt bekundete, als er ihm seinen abgeschnittenen Bart säuberlich geflochten mit auf seine letzte Reise in die Lava gab. Eine edle Geste, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Der Zwerg hatte sein Herz am rechten Fleck auch wenn er sich selbst oft im Wege stand. Am nächsten Morgen brauchen wir auf und ich war froh diesen Ort zu verlassen. Es macht mich unruhig, wenn ich den Himmel nicht sehen kann. Mit einer dieser vermaledeiten gespannten Loren sollten wir unseren Weg fortsetzen. Ich beginne diese Dinge wirklich zu verabscheuen, auch wenn sie eine schnelle Reise gewährleisteten. An den Schienen erwarteten uns außer Proviant auch noch die Menschenfrau – mit vollem Gepäck. Sie stellte sich uns als Hilda vor und hatte beschlossen mit uns zu gehen. Irritiert, aber davon überzeugt, dass es sinnlos sein würde das in Frage zu stellen, denn zweifellos geschah es mit dem Segen der Zwerge von Ehrenhall, hieß ich sie willkommen. Unsere Reise in der Lore war unerquicklich, doch schnell und ereignislos. An einem Ort namens Raven befand sich die Endstation, es handelte sich um so eine Art Handelsposten der unterirdisch von Zwergen und oberirdisch von Menschen bewohnt war. Dort trat Retinas an mich heran, um mir im Auftrag eines Ratsmitglieds namens Irxinius Tatendrang, der auch bei der Verhandlung zugegen gewesen war, eine kunstvoll gearbeitete Kiste zu überreichen. Als ich sie öffnete fiel mein Blick auf ein paar kunstfertig gearbeitete Dolche. Eine Waffe von der legendären Schmiedekunst der Zwerge war eine Kostbarkeit an sich, doch eher grobschlächtige Waffen wie Äxte und Hammer bevorzugend, mussten diese eleganten Dolche Seltenheitswert besitzen. Völlig verwundert sah ich Retinas an und er lächelte als er sagte “Da müsst ihr auf jemanden mächtig Eindruck gemacht haben”. Ich nahm die Dolche aus ihren Vertiefungen, sie lagen gut in der Hand und erwiderte “Muss wohl so sein”. Ich liebte die Dolche vom ersten Augenblick an und war mir sicher sie würden mir gute Dienste leisten. Wir setzten unseren Weg nach Padova in einer geschlossenen Pferdekutsche fort, doch am allerwichtigsten war: oberirdisch. Ich konnte mich kaum daran erfreuen, da erfolgte der Angriff. Wir hörten einen Dumpfen Schlag aus Richtung des Bocks und eine Salve Pfeile bohrte sich von allen Richtungen durch die Kutschwände, die wie durch ein Wunder niemanden verletzten. Wash reagierte als Erste. Die verschlossene Halblingsdame sprang auf und riss die Kutschtür auf um zu sehen woher die Gefahr stammte. Es waren mindestens acht berittene Goblins, die mit Pfeil und Bogen das Feuer eröffnet hatten, von dem Kutschter war weit und breit nichts mehr zu sehen. Wash versuchte auf das Dach zu kommen, strauchelte und wäre beinahe gestürzt, hätte Retinas nicht beherzt zugepackt und ihr hochgeholfen. Die Pfeile flogen und sie wurde getroffen, doch es gelang ihr an die Zügel zu kommen und die Pferde anzuhalten. Zu meinem Leidwesen musste ich feststellen, dass wir nun von 8 Wölfen eingekreist waren, die jeweils einen Goblin trugen. Wir konnten also entweder in der Kutsche in Deckung bleiben, aber von dort aus nicht angreifen, oder standen ihnen völlig schutzlos gegenüber. Doch plötzlich nahm ich eine Bewegung unter der Erde wahr. Die Halblingsfrau wirkte einen Zauber, Äste und Wurzeln brachen aus dem Boden hervor und wuchsen in die Höhe bis uns eine schützende Kuppel umgab. Wir konnten zwar immer noch nicht angreifen, aber zumindest hatten wir etwas Zeit gewonnen um uns eine Strategie zurecht zu legen. Theoretisch. In der Realität sah das so aus, dass ich Ardgrimm so schnell wie möglich ins Gefecht stürzen wollte und Wash ihm hierfür eine Öffnung schaffte, durch die natürlich sofort einer unserer Feine hereinzubrechen versuchte. Beide Zwerge stellten sich ihm in den Weg und versuchten Wolf und Reiter zu bekämpfen. Völlig verängstigt zog sich Hilda so weit wie möglich zurück. Frustriert handlungsunfähig zu sein, wartete ich ab. Doch schon hob Wash zu einem neuen Zauber an. Das Angriffsgebrüll der Goblins schlug zu einem entsetzten Kreischen um und Kampfgeräsuche setzten in einigen Metern Entfernung ein. Sie zwinkerte mir zu als sie sagte “Jetzt kannst du dich von hinten anschleichen”. Vorsichtig stieg ich durch die Öffnung ins Freie und sah wie sich unsere Angreifer gegen die wütenden Hiebe eines zum Leben erwachten Baumes zu wehren versuchten. Beeindruckend Wash. In der kleinen Halblingsdame steckte so einiges. An den beiden Goblinwachen die den Eingang zu unserer Verteidigungsposition bewachten schlich ich mich vorbei ohne bemerkt zu werden und griff einen der kleinen Bastarde aus dem Hinterhalt an. Ich schnitt ihm die Kehle auf, doch ich hatte die Stöße durch das Beben der Erde unterschätzt. Eines der Beben brachte mich aus dem Gleichgewicht, ich fiel und verlor dabei beide Waffen. Sofort waren zwei der hässlichen Mistkerle zur Stelle und grinsten boshaft, Gier blitze in ihren Augen. Es gelang mir noch mich abzurollen und auf die Füße zu kommen, doch meine Dolche konnte ich nicht mehr erreichen. Ich konnte ihnen ansehen, dass sie sich darauf freuten mich zu töten und meine Leiche zu schänden, da erscholl ein Knall und ein Teil der Kuppel stand lichterloh in Flammen. Die Wölfe heulten, die Goblins zischten und einer meiner Angreifer spie mir entgegen “Nächstes Mal”, bevor er sich umdrehte und wie alle anderen die Flucht ergriff. In windeseile nahm ich die Dolche wieder auf und lief zurück zu meinen Kameraden. Unser ehemaliger Schutz war nun zur Todesfalle geworden. Meinen Mitstreitern war es gelungen den Anführer kampfunfähig zu machen. Ardgrimm packte ihn am Bein und zog ihn aus dem brennenden Unterschlupf. Der große Goblin sah ziemlich schwer verletzt aus. Er hatte mehrere tiefe Wunden und Blut rann ihm aus dem Mundwinkel wenn er schwer und rasselnd atmete. Er war nicht mehr zu retten, es war nur noch eine Frage der Zeit. Ich hatte kein Mitleid, die Welt war ohne den kleinen Bastard mit Sicherheit besser dran. Ich hoffte nur noch ein paar nützliche Informationen aus ihm herauszubekommen. In der Zwischenzeit hatte Wash die unversehrten Teile unserer Deckung wieder im Erdreich verschwinden lassen um Kutsche und Pferde zu retten. Doch sobald der Weg frei war stürmten die Tiere in Panik los, die Kutsche hinter sich gefährlich schwankend. Geistesgegenwärtig warf sich Retinas auf die Zügel, bekam sie zu fassen und zog sich auf eines der Pferde. In einer enormen Kraftanstrengung brachte er die Tiere zum stehen, nur um festzustellen, dass hinter ihm das Dach der Kutsche brannte. Fluchend sprang er auf das Gefährt und löschte das Feuer ganz in Zwergenmanier: er zog eine seiner Äxte und hieb das Dach ab.
Bisher waren meine Kameraden noch wenig erfolgreich bei der Vernehmung des Goblins gewesen, doch als ich mit schmeichelnder Stimme meine ‘besonderen’ Überredungskünste einsetzte, ließ er sich einige Dinge entlocken. So zum Beispiel, dass der General dabei war die Goblinstämme unter seiner Flagge zu versammeln und für seine Zwecke zu missbrauchen. Wie weit er dabei zu gehen bereit war konnten wir einmal mehr mit eigenen Augen sehen, als unser Gefangener bei dem Versuch uns mehr über den General zu sagen starb. Er trug wie alle anderen die uns über die Zeit hinweg angegriffen hatten eine seltsame Tätowierung. Wash hatte uns mitgeteilt, dass sie ein magisches Pulsieren daran wahrnehmen konnte und als uns der unglückselige Wicht davon berichtete, dass sich der General derzeit am Galgrat aufhalte leuchtete es glühend auf und vollbrachte seinen letzten Dienst: der Goblinanführer war tot. Das warr leider nicht viel mehr, als wir nicht sowieso schon gewusst oder vermutet hatten.
Hilda schien eine einigermaßen robuste Konstitution zu besitzen, denn sie hatte sich in der kurzen Zeit nicht nur von ihrem Schrecken erholt, sondern bestand auch darauf den armen Kutscher zu suchen. Ich wußte der Mann war so oder so tot, aber ich erklärte mich bereit mich bei der Suche zu beteiligen und ich war es auch, die ihn am Ende fand. Wash dachte wohl so ähnlich, weshalb sie es vorzog bei der Kutsche zu warten, bis wir zurück waren. Natürlich konnten wir nichts mehr für Menschen tun als ihn zu beerdigen, die letzte Ehre die wir ihm erweisen konnten. Mehr schlecht als recht, da niemand von uns ein Meister des Kutschlenkens war, setzt wir unseren Weg in Wechselschichten fort. Der Weg war beschwerlich und weder kamen wir zur Ruhe, noch besonders gut voran. Im nächstgrößeren Dorf das wir erreichten bleiben wir für einige Stunden um zu ruhen und die Pferde zu wechseln. Obwohl wir mmit unserer ‘geköpften’ Kutsche über die Maßen auffielen genoß ich es. Man stelle sich das nur vor: mit gleich zwei Zwergen Tagelang in einer geschlossenen Kutsche. Das ist fast mehr als ich ertragen kann.Irgendwann begegneten wir einer großen Gruppe berittener Gardisten. Wir tauschten Informationen aus und wurden gebeten unsere neuen Erkenntnisse so schnell wie möglich dem Hauptmann Joromir Rödes in Padova mitzuteilen. Er übergab uns einen Schrieb, das uns freies Geleit garantieren sollte und verabschiedete sich. Die Stadt Padova war wie jede größere Stadt mit ihren Armen- und Reichenvierteln und wie überall nutzten die Menschen das bisschen Macht aus, das sie hatten. Ich nötigte Wash das nötige Kleingeld zu spendieren das nötig war um unbehelligt die Wachen zu passieren. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir das prächtige Anwesen des Hauptmanns mit angrenzender Kaserne. Wir wurden über den Hof geführt, wo sich die Soldaten in verschiedenen Waffendisziplinen üben konnten. Neugierig wurden wir betrachtet bis wir hineingebeten wurden und dem Hauptmann von dem berichten konnten was wir wussten. Er schien schockiert, kam aber ohne Umschweife unserem Wunsch nach, um eine Audienz bei der Magierin Emeralde zu bitten, was ja der ursprüngliche Grund für unser Kommen gewesen war. Der Hauptmann bot uns großzügig Kost und Logie in der Kaserne an, was für den Moment eine gute Lösung zu sein schien. Bis wir Antwort von Emeralde erhielten trieben wir uns etwas auf dem Gelände herum. Während ich versuchte mich mit der Umgebung vetraut zu machen, ließen sich die Zwerge zu einem dummen Wettstreit überreden. Ardgrimm nutze die Gelegenheit sich bei einem Zweikampf zu blamieren, während Wash auf ihre Art Spaß hatte indem sie Geld gewann, weil der Zwerg verlor. Retinas schlug sich wesentlich besser, er wählte die Disziplin klüger und gewann das Axtwerfen. Hilde feuerte unsere Gruppenmitglieder mit Begeisterung an und schien das Schauspiel zu genießen. Es wurde gewettet und Geld wechselte den Besitzer, bis eine autoritäre Stimme der Treiben beendete. Uns wurde Nachricht überbracht, dass Lady Emeralde uns im Quartier der Magier erwarte. Wir begaben uns umgehend dorthin und wurden direkt von ihr empfangen. Wir berichteten ausfühlich und auch was uns zu ihr geführt hatte. Sie belohnte uns reich mit Informationen. So erfuhren wir, dass der General Tilemiz hieß und zu den Illusionisten gehörte. In seinem Fall waren diese so stark und realistisch, dass sie kaum als solche zu erkennen waren. Manchmal konnte man ein Flimmern in der Luft wahrnehmen, doch das war keinesfalls ein sicheres Erkennungsmerkmal. Wollte man sie sicher durchschauen, so brauchte man Linsen aus einem besonderen Glas, deren Kristalle für die Herstellung ausschließlich in den Minen von Xara zu finden waren. Drei Wege führten dorthin: über die See (Goldsee uns Rattensee) nach Bout, über die Sturmlande oder den Galgrat. Nachdem ich ihr eine Skizze gemacht hatte erfuhren wir auch einiges über die seltsamen Tätowierungen. Es waren Kanalisierungspunkte die es dem Erschaffer ermöglichten durch die Augen der Gezeichneten zu sehen. Ich hatte den Eindruck, sie wollte noch etwas sagen, besann sich aber eines besseren und beendete das Gespräch. Stattdessen bot sie uns an auf ihre Einladung im Gasthaus zum goldenen Schwan einzukehren. Das war eine enorme Verbesserung zur Übernachtung in der Kaserne und dankend nahmen wir das mehr als großzügige Angebot an. In dringender Erwartung einer anständigen Mahlzeit, eines Bades und von ausreichend Schlaf begaben wir uns zum Gasthaus, wo wir noch gemeinsam speisen wollten, bevor wir uns zur Ruhe begaben. Doch noch während wir speisten warnten mich mein feiner Sinn und ich entdeckte hinter einem Wandvorhang ein Rohr, das gegen uns gerichtet war. Da ich weder wusste, was es damit auf sich hat und es nicht gut ankommt ein Kind bei einem Streich zu erdolchen, noch ich gerne eine meiner Waffen entbehre, warf ich stattdessen mit dem Glashumpen in meiner Hand nach dem Besitzer des Rohres. Dieser hatte wiederum wohl genau in diesem Moment beschlossen zur Tat zu schreiten, denn was sich nun als Blasrohr herausstellte, spie mir einen Pfeil entgegen. Er verfehlte wohl sein angedachtes Ziel und traf mich stattdessen an der Lederrüstung meiner Schulter. Innerhalb von Sekunden gebar sämtlicher Wandschmuck weitere schwarz vermummte Gestalten. Ganz offensichtlich hatten wir es mit einer Überzahl an Assassinen zu tun. Ich hoffte der Umstand, dass er beim Essen gestört wurde, versetzte den amputierten Zwerg in eine solche Rage, dass wir kurzen Prozess mit ihnen machen konnten. Doch ich irrte mich gewaltig. Sie waren nicht nur in der Überzahl, sondern auch noch sehr gut geschult. Während wir immer wieder ins Leere schlugen oder ihnen nur kleinste Wunden zuzufügen in der Lage waren rissen sie bei uns gezielte und tiefe Wunden. Sie waren geschickt und schnell und uns damit überlegen. Hilda hob zu moralisierendem Gesang an, doch die Stimme versagte ihr und ich musste mit ansehen, wie ihr eine tiefe Wunde geschlagen wurde. So erlitt fast jeder von uns innerhalb kürzester Zeit mehr oder weniger schwere Wunden. Sie mussten uns nicht einmal besiegen, die Zeit spielte gegen uns. Wieder einmal war es Wash, die das schlimmste verhinderte. Sie heilte die größten Wunden und verwandelte sich in eine riesige Bestie von einem Bären, die fast unantastbar unter ihren Gegnern zu wüten begann. Mit einem gewaltigen Schlag streckte sie ihren Angreifer nieder. Hilda hatte ihre Stimme wiedergefunden und stärkte unsere Moral während es mir endlich gelang meinen Gegner mit einem sauberen Stoß auszuschalten. Auf einmal war die Luft wie elektrisiert, Lady Emeralde stand mit erhobenen Händen im Raum und warf einer der Gestalten ihren Zauber entgegen. Ihre beiden Akolyten taten ihr bestes, doch ihre Zauber verpufften, oder prallten ab. Doch ihr Auftritt hatte seine Wirkung nicht verfehlt: hastig ließen sie von uns ab und versuchten Hals über Kopf zu fliehen. Einen konnte Lady Emeralde mit ihrem Zauber erreichen und binden, der Rest entkam. Schwer atmend wandte ich mich zu ihr um. Mit gerunzelter Stirn stand sie vor uns “Das habe ich mir gedacht”. “Sie haben gewusst, dass wir angegriffen würden?” “Ich habe es vermutet” . Es behagte mir gar nicht als Köder benutzt zu werden, aber diese Geschichte schien sowieso immer verworrener zu werden. Sie nahm den verbliebenen Attentäter in Gewahrsam und sagte in seine Richtung “Wir werden uns morgen wohl mal unterhalten müssen”, an uns gewandt fügte sie hinzu “Offenbar hat jemand, der Zugang zu euren Informationen hatte, etwas gegen eure Mission. Ihr habt nun zwei Möglichkeiten: entweder nach Xara aufzubrechen um ein Hilfsmittel zur Erkennung der Illusionen zu beschaffen, oder hierzubleiben und dem Verrat auf den Grund zu gehen. Ihr habt Zeit bis Morgen um euch zu entscheiden”

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Der Weg nach Xara

Aborea – Der Weg nach Xara

Lady Emeralde hatte den Kampf mit den Attentätern im Gasthaus zu unseren Gunsten entschieden und die Gruppe will sich auf den Weg zu den Minen in Xara machen um die Kristalle für die Gläser zur Aufdeckung der Illusionszauber zu machen.

Tagebucheintrag von Liliza

“Es scheint kein Weg daran vorbei zu führen diese Kristalle für die Gläser zu besorgen, wenn wir eine Chance im Kampf gegen diesen Illusionisten “General Tilemiz” haben wollen. Der Beschluss war gefasst und aufgrund eines Tips suchten wir ein nahe gelegenes Kartenarchiv auf. Ein lächerliches, aber freundliches Männlein bot uns seine Hilfe an und stand uns mit seinem Rat zur Seite, während wir versuchten zu entscheiden welche Route die beste für unsere Reise sei. Wir hatten die Möglichkeit das Ziel per Schiff, über Land oder einen unheilschwangeren unterirdischen Weg mit äußerst lückenhaftem Informationsgehalt zu nehmen. Für die verschiedenen Routen zeichneten sich folgende Probleme ab: die Schiffsreise wäre sicher die schnellste, wir würden in den Hafen von Xara aber ganz offiziell einlaufen. Da es in diesen Ländern jedoch schon verwunderlich ist, dass überhaupt Handelsbeziehungen bestehen, würde es schwierig werden diesen in Richtung Landesinnere zu verlassen. Zumindest würde es uns sicher eine ganze Stange Überredungsgeld kosten. Der Landweg ginge auf Kosten der Zeit und mit der Unsicherheit, ob die Bergpässe passierbar sein würden, allerdings kämen wir ziemlich in der Nähe unseres Zielgebietes an. Zu guter letzt konnte sich Retinas an eine unterirdische Verbindung erinnern, zu der es jedoch nur wage Informationen gab, die zudem nichts Gutes verhießen. Die lückenhaften Kenntnisse dieser Strecke entsprangen nicht zuletzt der Tatsache, dass sie seit Urzeiten nicht mehr genutzt wurde, weil sie gefürchtet wurde. Wunderbar. Aufgrund der Tatsache, dass gleich zwei Zwerge mit abstimmten, fiel die Wahl natürlich auf den unterirdischen Weg. Es gibt einfach so viele Gründe diese kleinen Männer zu verabscheuen – seufz. Unsere Diskussion wurde von einer Gestalt an der Tür unterbrochen: ein in eine Art Kutte gekleideter Menschenmann. Ich musterte ihn argwöhnisch, befand ihn für harmlos und hätte ihn ignoriert, wenn er nicht das Wort an uns gerichtet hätte. Er bot uns seine Hilfe an. Sein Name war Nuok, er diente dem Gott Estrion und sein geistiger Vorstand hatte ihn mit dieser Mission beauftragt, daher wollte er sich uns anschließen. Wash hätte ihn gehasst, hatte sich aber heute morgen verabschiedet um sich auf eine Art Traumreise zu begeben. Das war ein schwerer Verlust für unsere Gemeinschaft und ich bezweifelte in Nuok einen angemessenen Ersatz gefunden zu haben, aber Verstärkung konnten wir tatsächlich gebrauchen.
So wenig sie mir auch zusagte, die Entscheidung war gefallen und es war Zeit mit den Vorbereitungen zu beginnen. Lady Emeralde war nicht begeistert von unserem neuen Gruppenzuwachs, das war ihr deutlich anzusehen, behielt ihre Kritik aber größtenteils für sich. Das hielt sie jedoch nicht davon ab uns ein großzügiges Versorgungspaket mit verschiedenen Heiltränken, einer Regenerationssalbe und eine berittene Leibgarde zur Verfügung zu stellen. Unser erstes Ziel war Raven, um von dort das Tunnelsystem der Zwerge zu erreichen. Wir brachen so schnell wie möglich auf und machten in demselben
Gasthof Rast, wie auf unserer Herreise nach Padova. In der kleinen Ortschaft herrschte bedrückte Stimmung und als ich die drei noch schwelenden Scheiterhaufen erblickte war mir auch sofort klar warum: irgendwelche vermessenen Gläubigen hatten wieder einmal ihr Werk vollbracht.
Im Gasthaus angekommen war es ein leichtes dem Wirt Details zu entlocken. Drei Frauen waren hingerichtet worden. Kräuter – und Heilkundige, die den Menschen Hilfe geleistet hatten und deren Dank in einem grausamen Tod bestand. Ich verbrachte eine unruhige, schlecht gelaunte Nacht und war froh, als wir am nächsten Morgen wieder früh aufbrachen. Welch Hohn, dass ausgerechnet Magier und Priester die härtesten Verfechter dieser Verfolgungen sind, da ein jeder von ihnen der Meinung ist das Monopol auf außergewöhnliche Macht zu besitzen. Immerhin ist das der einzige Punkt in dem sie sich mal einig sind. Bis Raven gab es keine weiteren Unterbrechungen, doch dort angekommen sahen wir uns mit dem nächsten Problem konfrontiert. Eine riesige Menschenmenge drängte sich um den Zugang zum Zwergenreich und versperrte uns den Weg. Der Grund dafür war das Asyl, das eine als Hexe bezichtigte Frau bei den Zwergen gefunden hatte. Die Menschen forderten die Auslieferung, die Zwerge weigerten sich strikt. Wer hätte gedacht, dass ich der Zwerge Sturheit mal begrüßen würde! Wir verlangten einen Veranwortlichen zu sprechen um freie Passage zu erbitten. Wir versuchten es mit Argumenten, mit Charme und mit Forderung, doch letztendlich brachte uns nur eine List den Erfolg. Unter dem Vorwand als unabhängige Vermittler seine Interessen zu vertreten, veranlasste er den Durchlass. Am Übergang angelangt sprachen wir dem verhandelnden Zwerg (genau genommen ließ er sich mit stoisch versteinerter Miene von einem Menschenmann anschreien, in einigen Dingen sind die Zwerge tatsächlich unschlagbar) unsere Anerkennung aus und nahmen die Plattform ins unterirdische Raven. Dort versorgten wir uns mit Vorräten für eine Woche, Seil, Lampen und Öl. Diese unseligen Loren dienten uns natürlich als Transportmittel, als wir unseren Weg fortsetzten. Einzig Nuok’s Gesicht bei seiner ersten Erfahrung mit diesen Dingern zu beobachten sorgte ein wenig für Erheiterung. Um die Höhlen von Barrator zu erreichen reisten bis zum weitmöglichsten Punkt, Urlaron, wo uns außer einer Lagerstatt auch noch eine äußerst dubiose Mahlzeit und ein paar Schauergeschichten erwarteten. Von nun an ging es nur noch zu Fuß weiter. Der Weg wurde immer steiniger bis wir schließlich auf einen Erdrutsch stießen, der Zugang zu einer wirklich gigantischen Höhle bot. Ausmaße waren nicht erkennbar, ein Ende nicht in Sicht. Mehr oder weniger problemlos bewältigen wir den Abstieg. Retinas stürzte dabei so unglücklich, dass er ernsthaft verletzt wurde und Nuok machte sich zum ersten mal nützlich, nachdem ich schon zu bereuen begonnen hatte ihn mitzunehmen, und heilte ihn. Nunmehr nur noch ein wenig im Stolz verletzt, konnte er gut mithalten. Wir befanden es sei wohl das sicherste an einer Höhlenwand entlang zu gehen, um das Ende zu erreichen, und wählten die linke Seite. Wir bewegten uns an der Wand entlang durch die Höhle, die kein Ende zu haben schien. Es war wie eine Reise in eine andere Welt: die Decke schien von innen heraus zu leuchten und überall wuchsen Pilze in verschieden Größen, wir wanderten sogar unter ihnen hindurch. Die größten Exemplare waren so gigantisch, dass sich ihre Schirme weit über uns erhoben. Dicht
an dich standen sie wie in einem Wald mit Bäumen, überspannten riesige Flächen und bildeten eine nahezu geschlossene Decke über unseren Köpfen. Das sollte sich noch als unser Glück erweisen. Zuerst bemerkten wir nur ein Rauschen, wie von Flügeln, konnten es aber nicht näher bestimmen.
Es wurde lauter und ab und an wurde das diffuse Licht der Höhlendecke, das nur schwach durch den Schirmwald drang, unterbrochen und irgendwann erkannten wir sie: Gargylen! Dutzende. Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinab. Der Kampf mit der Gargyle im Stellwerk war hart gewesen – nur EINER Gargyle – und ich konnte gut auf eine weitere Auseinandersetzung
mit einem dieser Wesen verzichten. Mit äußerster Vorsicht setzten wir unseren Weg fort, stets darauf bedacht im Schutz der Pilze zu bleiben. Irgendwann wurde ein Rauschen wie von Wasser hörbar, doch wir beschlossen unseren Kurs beizubehalten. Das Rauschen wurde mit jedem Schritt lauter und schwoll zu dem Donnern eines wilden Flusses an, der die Höhle in zwei
Hälften teile. Er kreuzte unseren Weg von links nach rechts und schnitt uns damit den Weg ab. Nach genauerer Untersuchung bemerkten wir ein Gestänge und Zähnräder, die sich im Strom des Wassers bewegten und durch die angrenzenden Felswände getrieben worden waren. Eine beeindruckende
Konstruktion deren Sinn sich uns nicht offenbarte. Auch konnten wir keinerlei Rückschlüsse auf deren Herkunft ziehen. Ein schmaler Vorsprung führte an der Bruchkante entlang in die Tiefe und Ardgrimm ließ sich nicht davon abbringen ihn zu untersuchen. Später schwor er,Stimmen und Gekicher gehört zu haben, unmittelbar bevor sich der Mechanismus in Gang setzte und sich zwei Eisengitter herabsenkten, die ihn zu beiden Seiten einschlossen. Die Gitterstäbe waren solide und ihre Anordnung fächerförmig, also nicht durch Klettern zu überwinden. So konnte der Zwerg also weder vor, noch zurück, zu seiner Rechten erhob sich steil die Felswand und zu seiner linken schloss ihn der reißende Fluss ein. Mit dem Seil aus unserem Gepäck wollten wir ihn hoch holen, doch mit dem Überhang des Felsens reichte es nicht an ihn heran, sondern hing über dem Wasser.
Mit etwas Geschick pendelte ich es an ihn heran, er griff beherzt zu und wir konnten ihn „bergen“. Sein Gemurmel über Stimmen und kleine Männer ignorierend, setzten wir unseren Weg nun entlang des Flusses fort, da wir keine Möglichkeit sahen ihn zu passieren. Es wurde Zeit für eine
Rast, so unbehaglich ich mich auch bei dem Gedanken fühlte. Wir teilten paarweise Wachen ein und richteten uns unter einem Pilz ein Nachtlager. Die erste Wache verlief ruhig, die zweite teilte ich mir mit Retinas. Ich war angespannt und wachsam, doch ich bemerkte nichts, bis Retinas´ Schrei mich warnte: wie aus dem Nichts stürzte sich das Wesen auf mich. Das war wahrscheinlich meine Rettung gewesen, denn so konnte ich noch etwas reagieren und es traf mich nicht mit der vollen Wucht seines Angriffs, doch für eine ordentliche Verletzung reichte es allemal. Retinas schwang seine Äxte gegen das schuppige Biest, das einer Echse ähnelte, jedoch riesig war. Es überragte auch den größten von uns locker und hatte mit Schwanz sicher eine Gesamtlänge von 3 Metern. Damit verschaffte er mir Zeit mich zu fangen und ebenfalls eine Attacke zu starten, doch unsere Hiebe schienen nahezu wirkungslos zu sein. In der Zwischenzeit war auch der Rest der
Gruppe erwacht und stürzte sich mit in den Kampf, jedoch mit mäßigem Erfolg. Hilda stimmte mit voller Stimme eine Melodie an, die unseren Kampfgeist entfachte und die Sinne schärfte, doch es reichte nicht um die Oberhand in diesem Kampf zu gewinnen. Sämtliche Treffer schienen das Wesen
kaum zu beeinträchtigen und die Wunden die wir ihm zufügen konnten waren nur klein. Unseren Waffen gelang es kaum die Schuppenhaut zu durchdringen, aber es reichte um es wütend zu machen. Es erwehrte sich seiner vielen Gegner scheinbar mühelos, plötzlich wendete es den Kopf und sah mich an. In seinem Blick lag eine kalte Berechnung die mich zur Vorsicht mahnte und ich machte mich bereit, doch mit dem was dann geschah rechnete ich nicht. Es schleuderte mir eine Ladung grünen, zähen Schleims entgegen, die mich mitten ins Gesicht traf. Der Ekel drohte mich zu überwältigen, doch mein Überlebensinstinkt gewann die Oberhand, ich blieb in Bewegung und
trieb mich an weiter zu machen. Doch abgesehen vom Ekel schien ich tatsächlich geschwächt zu sein. Meine Kraft und meine Treffgenauigkeit ließen nach, außerdem traf mich das Biest immer wieder mit seinen Klauen. Der Schleim musste Substanzen enthalten die seine Opfer schwächten. Doch auch unsere Gruppe landete ein paar Treffer, die Echse verlor zunehmend an Blut und Boden. Zu diesem Schluss schien sie auch zu kommen und mit einem letzten finalen Peitschenschlag ihres Schwanzes trat sie die Flucht an. Sie verschwand zwischen den Pilzen und bevor ihr jemand nachsetzen konnte war sie verschwunden. Außer mir hatte Retinas die schwersten Verletzungen davongetragen, doch Nuok heilte unsere Wunden ohne große Umstände. Jetzt blieb nur noch zu hoffen, dass so schnell kein neuer Angriff folgen würde. Den gesamten nächsten Tag wanderten wir am Fluss entlang weiter, ohne dass eine Veränderung zu erkennen war, bis wir das Beben spürten. Es war eine rhythmisch wiederkehrende Erschütterung die stetig an Stärke zunahm. Wir suchten unter einem besonders großen Pilz Zuflucht, so dies möglich war, und verharrten dort still. Wir
beobachteten die Umgebung während wir den Erschütterungen, die wie stampfende Schritte klangen, lauschten. Atemlos sahen wir zu wie sich etwas einige Meter entfernt einen Weg durch die haushohen Pilze brach: ein Riese!
Gemächlich überschritt er den Fluss, in der Hand gleich mehrere der riesigen Echsen, wie die die uns letzte Nacht so schwer zugesetzt hatte. Nachdem der Riese so knapp an uns vorbeigezogen war und uns der Schreck nicht mehr so tief in den Gliedern steckte, setzten wir unseren Weg fort.
Wir wollten noch ein gutes Stück wandern, um diese seltsame Welt voller Ungetüme so schnell wie möglich hinter uns zu lassen. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gebracht, da gab der Boden unter unseren Füßen nach. Ein Erdrutsch löste sich und riss uns alle mit. Die Bewegung des Untergrunds kam so plötzlich wieder zum erliegen, wie sie begonnen hatte. Das gab mir Zeit mich aufzurappeln und festzustellen, dass wir uns im Zentrum eine Art Erdstrudels befanden. Das ganze sah merkwürdig aus und erinnerte mich an irgendetwas, aber ich kam nicht darauf woran. Jetzt war
es erst einmal daran dieses künstliche, steile Tal wieder zu verlassen. Ardgrimm stellte sich erstaunlich geschickt an – in Gedanken mutmaßte ich, das mochte wohl daran liegen, dass er aus verschiedenen Gründen wahrscheinlich des Öfteren mal aus irgendwelchen Löchern kriechen musste. Er stand schon wieder außerhalb der Grube auf festem Grund, schien aber von irgendwas abgelenkt zu sein, während der Rest der Gruppe mehr oder weniger erfolgreich versuchte diese wieder zu verlassen. Als er sich schließlich wieder zu uns umwandte zeichnete sich plötzlich Schrecken auf
seinem Gesicht ab. Er rief etwas und gestikulierte wild während er gleichzeitig versuchte das Seil aus der Tasche zu reißen. Im selben Moment erregte etwas in unserem Rücken meine Aufmerksamkeit. Langsam und tastend schoben sich dicke Tentakeln aus dem Zentrum der Erschüttung, ganz offensichtlich auf der Suche nach uns. Das war eine raffinierte Jagdtechnik, wie sie auch einige mir bekannte Tiere anwanten. Vielleicht hätte ich mir doch die Mühe machen sollen darüber nachzudenken, woran mich das erinnerte. Ardgrimm war in dieser Zeit nicht untätig gewesen und
das Seil war unsere Rettungsleine. Für meinen Geschmack barg diese Höhle jedenfalls ein paar zu viele Überraschungen der unangenehmen Art und ich wollte sie so schnell wie möglich verlassen. Noch vorsichtiger gingen wir weiter, es gab einfach keine Alternative. Eine zweite Nacht brach an, ohne dass ein Ende des Gewölbes in Sicht war. Ich wurde weit vor meiner Wachzeit von Ardgrimm geweckt, als er einen gewaltigen Radau veranstaltete. Aufgeregt wuselte er durchs Lager und zog
unnötigerweise an unseren Decken, während er vor sich hin lamentierte, er habe sie gefunden, er habe ja die ganze Zeit Recht gehabt, wir müssten sofort mitkommen, wir seien in großer Gefahr und wir müssten uns – unanständiger Fluch – beeilen. Und tatsächlich: er war in Gesellschaft zweier Gnome unterwegs. Unwirklich sahen sie aus, die kleinen Gestalten in ihren seltsamen Anzügen, kompliziert aussehenden Apparatschaften auf dem Rücken und durch dicke Gläser künstlich
vergrößerten riesigenAugen. Auf dem Weg zu ihrem Versteck erfuhren wir dann wie es dazu gekommen war. Die beiden Gnome hatten noch von ihrer Deckung aus darüber diskutiert, wie sie mit uns verfahren sollten, als Ardgrimm sie hörte und ihnen die Entscheidung abnahm. Sie informierten ihn darüber, dass wir schnellstmöglich Schutz suchen sollten, da die “Königin” heute Nacht auf Beutezug gehen würde. Eine Kreatur vor der sich selbst der Riese der unseren Weg gekreuzt hatte versteckte und bei der es sich allem Anschein nach um einen uralten Drachen handelte. Die Gute war hier unten sozusagen in Verwahrung genommen worden und so an ihr unterirdisches steinernes Gefängnis gebunden. Darüber hinaus hatten uns die beiden scheinbar schon bei mehr als einer Gelegenheit das Leben gerettet, denn zum einen hatten sie Ardgrimm vor dem Tentakelwesen gewarnt, zum anderen hatten sie mit ihrer Apparatur die sie auf dem Rücken trugen, unauffällig etliche der Riesenechsen ausgeschaltet. Ich war beeindruckt und dankbar. Allem Anschein nach gab es keinen Grund ihnen zu misstrauen und die Alternative hier draußen zu bleiben und sich weiter durchzuschlagen gefiel mir noch weniger. Also begleiteten wir sie zu ihrem Unterschlupf. Überall standen Geräte mit komplizierten Mechanismen herum und das Licht der Lampen wurde von einer Energie erzeugt, die sie mittels der Räder im Fluss gewannen. Ihr Wissen war unbeschreiblich und doch waren sie unbeholfene, unsichere Männlein. An Geschäftssinn schien es ihnen jedoch nicht zu mangeln, denn immerhin versuchten sie eine kostbare Flüssigkeit gegen “die Elfe” zu tauschen! Ardgrimm feixte eine Sekunde lang in meine Richtung mit einem Blitzen in den Augen für das ich ihn am liebsten sofort erwürgt hätte. Hinter der kostbaren weißen Flüssigkeit verbirgt sich im übrigen ein Wiederbelebungstrank. Das ist also unbeschreiblich kostbar, umso verwunderlicher also, dass Lampenöl dann ebensogut als Tauschmittel akzeptiert wurde, über das sie sich freuten wie kleine Kinder. Sie sind eben verschroben. In der Sicherheit ihrer eigenen kleinen Höhle verbrachten wir vergnügliche Stunden mit Reden und Staunen. In ihrem Fundus fantastischer Tränke befand sich unter anderem sogar ein schwarzer Necromantietrank, wie unheimlich. Sie erfuhren vom Grund unserer Reise und es war ihnen vollkommen unverständlich, warum wir dafür den beschwerlichen Weg nach Xara auf uns nehmen wollten, wo diese Kristalle die wir suchten doch massenhaft in einem unterirdischen See ganz in der Nähe zu finden waren! Wie selbstverständlich boten sie uns an uns mit ihrem Unterseekonstukt hinzubringen, einige zu ernten und sogar gleich zu Gläsern zu verarbeiten, die wir benötigten. Was für eine glückliche Wendung der Dinge! Sie mussten eine fast unbegrenzte Lebensspanne zur Verfügung haben. Seit Jahrhunderten mussten sie schon allein in diesem Höhlensystem wohnen und forschen, und sie dachten gar nicht daran diese zu beenden, wo es hier noch so viele Sachen zu entdecken gab. Ich konnte natürlich nicht wiederstehen zu versuchen ihnen eine besonders interessante Tinktur intensivgelber Farbe abzuschwatzen, die die beiden Gesellen aus einer der Pilzsorten gewann. Auf die Waffen gestrichen entfaltete sie auch nur bei der kleinsten Verletzung ihre äußerst nützliche lähmende Wirkung, und das ausgesprochen schnell. Mit diesem Gift hatten sie die Echsen unschädlich gemacht. Selbstverständlich hatte das ganze seinen Preis. Doch nach kurzem Überlegen war ich bereit ihn zu zahlen, das Extrakt war einfach zu kostbar. Irgendwann in der Nacht entrichtete ich ihn unbemerkt von den anderen.
Das Unterseeboot bestand aus einer Metallkapsel, angetrieben von rotierenden Paddeln. Durch ein Stahlrohr, das vom Innenraum der Kapsel nach außen reichte, konnte man durch eine Art angebrachtes Brillengestell die Umgebung betrachten. Der Ausblick war atemberaubend! Diffus gefächertes Licht bestrahlte in Blau- und Grüntönen riesige Kristallformationen. Schwärme kleiner silberner Fische bewegten sich vollkommen synchron in schillernden Wolken durch das Wasser. Ich erhaschte nur ein paar mal einen kurzen Blick, aber ich bin mir sicher größere Fische mit seltsam geformten, vorstehenden Kiefern voller wild hervorstehender spitzer Zähne gesehen zu haben. Und einmal sah ich mitten im Dunkel ein Licht aufflammen: ein aalartiges Wesen mit einem leuchtenden Streifen über die gesamte Flanke flüchtete blitzschnell in eine Felsspalte. Ich konnte mich kaum satt sehen während unsere gnomischen Freunde einen großen Kristall ansteuerten. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie mit Hilfe eines Greifarms genügend Material geborgen und es an eine fauchende Maschine verfüttert, an deren Ende die schon fertig geschliffenen Scheiben ausgespuckt wurden. Unser Besuch in der geheimnisvollen Unterwasserwelt war beinahe zu schnell zu Ende. Der Abschied von unseren neuen Freunden nahte. Sie waren fest entschlossen den Zugang, durch den wir in die Höhle gefunden hatten, wieder zu verschließen, er stellte eine Gefahr dar. Doch das bedeutete zugleich, dass wir uns wahrscheinlich nie wieder sehen würden, was ich überraschenderweise ehrlich bedauerte. Die zwei diskutierten darüber, es sei doch erste einige Tage her, dass sie das Loch bemerkt und hatten versiegeln wollen. Doch wenn ich den logischen Zeitrahmen überschlug, mussten es Jahrzehnte her sein. Was wiederum meine Theorie bestätigte, Zeit spiele für die beiden überhaupt keine Rolle. Daran gemessen wirkte das vergleichsweise lange Leben eines Elfen wie ein Wimpernschlag. Vor allem Ardgrimm bettelte darum wiederkehren zu dürfen, doch die zwei Männlein lachten nur und sagten, sollte er einen anderen Weg zu ihnen finden, sei er herzlich willkommen. Sie versprachen uns auf dem schnellsten Wege zurück zu schicken und ich war ihnen dankbar nicht noch einmal druch die Höhlen und mit den Loren reisen zu müssen. Hätte ich ihre Reisemethode gekannt, wäre ich es vielleicht nicht gewesen. Wir wurden angewiesen auf in einer Reihe hintereinander aufgestellten Sitzen Platz zu nehmen, an denen wir mit gekreuzten Riemen festgeschnallt wurden. Sie selbst saßen ganz vorn und die ganze Reihe setzte sich in Bewegung. Das Gespann beschleunigte immer weiter und nahm Übelkeiterregende Geschwindigkeit auf. Ehe wir uns versahen wurden wir aus dem Berg katapultiert und abgekoppelt. Vor Schreck setzte mein Herz einen Moment aus. Unsere Helfer winkten uns fröhlich grinsend hinterher, während unsere fünf Hintern auf Strühlen festgeschnallt durch die leere Luft segelten. Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte musste ich gestehen, dass die Aussicht überwältigend war. Wie sich die Landschaft unter uns ausbreitete war einfach fantastisch. Ich meinte die Gegend wiederzuerkennen und genau in diesem Moment löste sich ein eigenartiger Stoff aus einer Vorrichtung hinter unserem Rücken und ein Schirm spannte sich über unseren Köpfen. Langsam schwebten wir zu Boden, wo uns ein Bauer auf seinem Feld mit großen Augen beobachtete, bevor er in Ohnmacht fiel. Als er erwachte, erkundigte ich mich nach seinem Wohlbefinden. Wir seien Wanderer und hatten beobachtet wie er gestürzt und dabei mit dem Kopf aufgeschlagen sei. Äußerst verwundert lauschte ich seinen Ausführung von unserer Ankunft, lachte und versicherte ihm das müsse Folge des Sturzes gewesen sein. Ihn das glauben zu machen war am sichersten. Wir waren unweit von Leet herunter gekommen, es dauerte also nicht lange bis wir es erreichten. Das kleine Dorf war nicht wiederzuerkennen, es glich mittlerweile mehr einem Militärstützpunkt. Wir statteten unsem Freund dem Gastwirt einen kurzen Besuch ab, wo er uns herzlich empfing wie alte Freunde. Er gab uns auch den Hinweis, wo wir den …. finden würden. Nach ein wenig Hin und Her entschieden wir uns Lady Emeralde mittels Gedankenverbindung eines Magiers zu kontaktieren und von unserem gelungenen Auftrag in Kenntnis zu setzen. Nach unserem vollständigen Bericht kamen wir überein, die Brillengläser strategisch klug an die militärischen Befehlsführer der Truppen weiter zu geben.

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Die große Goblinschlacht

Tagebucheintrag von Liliza…

Es ist Dienstag Morgen und unsere Gruppe befindet sich wieder in Leet. Ist es sonst schon nicht groß, wirkt es mit dem nun vorgelagerten Heer geradezu winzig. Aus Schutzgründen war es zum Sperrgebiet für alle Soldaten erklärt worden, um Saufgelage und Schäden zu vermeiden. Die Stimmung war im allgemeinen gedrückt, war es doch mittlerweile bekannt, dass ein enorm großes Goblinheer auf uns wartete. Im Kriegsrat saßen außer uns: Kardinal Fex, der die Truppen der Kirche befehligte und 3000 Mann mitbrachte, Meister Ignatius, Befehlshaber der Truppen der Magier, gebildet von ca 500 Rittern auf ihren Schlachtrösern, Joromir Rödes, dem Führer der Stadtwache Padovas, der 5000 Mann stellte und dem Oberhaupt der Söldner, Rungard, mit seinen 2000 Männern. Rungard war ein Hüne mit Bärenfellumhang und die Sicherheitsmaßnahmen in Leet waren sicher nicht zuletzt wegen ihm und seinen Mannen ergriffen worden. Ich misstraute Söldnern, sie besaßen keine Ehre. Andererseits konnte das auch viele Dinge vereinfachen. Nichtsahnend traten wir nach unserem Frühstück aus dem Gasthaus, als wir auf einem mit Stroh bedeckten Eselskarren unter einem gammligen Hut ein wohlbekanntes Gesicht näher kommen sahen. Mit lautem “Ho” zügelte er sein Tier direkt vor uns, kletterte unbeholfen von seinem Wagen und klopfte sich den Staub aus der Kleidung. Meine Erleichterung ihn nach unserer Trennung im Stellwerk wohlauf zu sehen, wich sofort wieder der altbekannten Abneigung als er verkündete “Da seid ihr ja!”, so als schalt er ein ungezogenes Kind, das man nur einmal kurz im Gedränge aus den Augen verloren hatte. Sein Blick blieb an Hilda hängen, und ich vermute mit dem Gestreichle seines unansehnlichen Bartes versuchte er sie zu beeindrucken. Hilda hakte nach: “Ihr kennt ihn also?”. Ich bestätigte bereits das Vergnügen einer gemeinsamen Reise gehabt zu haben, wobei ich das Wort ‘Vergnügen’ seltsam betonte. Ich grüßte ihn verhalten und Ardgrimm, der zuvor mit natürlich mäßigem Erfolg versucht hatte sich im Hintergrund zu verdrücken, begrüßte ihn nun mit einem herzlichen Schlag auf die Schulter, der den schmuddeligen Zauberer jedoch schwanken ließ, und den Worten “Arbas Sternenpfuscher, alter Freund!”. “Königlicher Sternendeuter Arbas!” warf dieser sich in die Brust, an Hilda gewandt fragte er “und ihr seid?”, sie stellte sich als Hilda von Trutenstein zum Glockenspiel, die Bardin, vor. Danach wurde Retinas einer genaueren Musterung unterzogen “Eine stattliche Axt habt ihr da. Könnt ihr damit auch umgehen?” Retinas reckte das Kinn und erwiderte, er könne es ihm gern beweisen, während er seine Axt schwer in der Hand wog. Arbas schwadronierte los “Guter Mann! Solche Leute können wir in Zeiten wie diesen gut gebrauchen, an vorderster Front”. Zuletzt wandte er sich dem Priester zu und hieß ihn in unserer Gruppe willkommen. Großspurig wie immer. Er habe eine lange und strapaziöse Reise hinter sich, daher wolle er im Gasthaus speisen und darüber beratschlagen wie die nächsten Schritte aussehen sollten, da er neue Informationen habe über die es zu reden gäbe. Falls er wirklich neue Informationen hatte, was ich bezweifelte, sollten wir sie uns anhören. Also setzte sich die Gruppe mit Arbas an der Spitze in Richtung Gasthaus in Bewegung. Seinen Karren ließ er unbeaufsichtigt dort stehen, wo er zum Halten gekommen war. Die Wache ließ uns unbehelligt durch und als Leumunt uns erblickt, begrüßt er uns herzlich und bereitet sogleich unsere bevorzugten Getränke vor. Im Fall der Zwerge sogar vom dem besonderen Fass unter der Theke. Ardgrimm nimmt dies wohlwollend zur Kenntnis indem er brummt “Leumunt weiß eben was wir mögen” und lacht in sich hinein, “zweites Frühstück!”. Ich bekomme das heiße Wasser und die üblichen Kräuter für meinen Tee serviert, die Bardin ölt ihre kostbare Stimme mit einem Bier. Während Arbas selbstsicher auf den größten Tisch des Raumes zustrebt, wendet sich Ardgrimm allen voran unserem Stammtisch zu, an dem mittlerweile sogar eigens Stühle in Sonderanfertigung für die beiden Zwerge aufgestellt wurden. Arbas kommt zwar herüber, setzt sich aber nicht, sondern schreitet auf und ab um die Wichtigkeit seiner Worte zu unterstreichen während er sagt “Nun, lange habe ich mich im Verborgenen gehalten und eure Geschicke hinter den Kulissen gelenkt, wie ein geschickter Puppenspieler. Jetzt ist es mir gelungen euch zusammen zu führen, so dass wir uns alle hier treffen. Doch nun ist es endlich an der Zeit aus den Schatten hervorzutreten und wieder die Führung zu übernehmen…” wildes Gekicher wird am Tisch laut, ignoriert er aber völlig “…zusammen mit meinem Freund” und er deutet auf Ardgrimm. “Welche Führung, junger Freund?!”, lässt sich die Stimme des angesprochenen Zwerges vernehmen, “euch wurde doch niemals irgendeine Führung zugesprochen. Nun setzt euch hin und haltet die Klappe, sodass wir in Ruhe einen Schluck Bier trinken können”. Ich rang mit meiner Beherrschung, saß mit geschlossenen Augen da und atmete konzentriert ruhig ein und aus. Der Sternendeuter nahm Platz und sah den Zwerg erwartungsvoll an “Nun, mein Lord, mein zukünftiger junger König unter dem Berg,…” – Ardgrimm prustete in seinen Becher – “…sprecht, wie stellt ihr euch vor, wie wir uns dieser Bedrohung nun entgegen stellen sollen?”. Relativ entspannt lockerte dieser die Achseln und nahm zur Antwort nochmal einen kräftigen Schluck Bier. Als ich mich wieder gefasst hatte, wandte ich mich an den sogenannten Zauberer: “Welche neuen Informationen habt ihr denn für uns?”. Er holte weit aus, um zu bemänteln, dass er nur das Offensichtliche wusste: nämlich dass die Goblinarmee bereit stand. Meine Beherrschung schwand und ich fragte eisig “Und das habt ihr erfahren aus dem Loch heraus, in dem ihr euch verkrochen hattet?”. “Nun” erwiderte Arbas “ich bin Sternendeuter. Das deuten der Sterne ist jedoch keine exakte Wissenschaft”. Ardgrimm lieferte ihm die Möglichkeit abzulenken, indem er bemerkte, die Goblins seien ja auch nicht unser größtes Problem. Arbas hakte sofort nach und forderte den Zwerg zu erzählen auf. Nachdem er soweit in Kenntnis gesetzt war wurde beratschlagt, wie die nächsten Schritte aussehen sollten. Die Gläser die zu Monokeln verarbeitet worden waren, wurden gerade jetzt unter unseren Kriegern verteilt, aus unserer Gruppe hatte jeder eine vollständige Brille erhalten. Ardgrimm war am Ende seiner Erleuterung angekommen und teilte Arbas mit, es sei fraglich, ob er Anspruch auf ein solches Monokel habe, da er ja bei deren Beschaffung nicht geholfen habe, sondern nur durch schmutzige Zwergentunnel gerobbt sei. “Nun, das zu entscheiden überlasse ich auch, mein Herrscher” säuselte dieser huldvoll.
Ein Horn erschallte. Um uns herum herrschte auf einmal geschäftiges Treiben. Auch unser guter Freund Leunat greift zu Waffe und Schild, macht sich damit auf den Weg. Trotz seiner alten Verletzung will er seinen Beitrag zu dieser Schlacht leisten. Wir beschließen uns ebenfalls auf den Weg zu machen und Ignatius aufzusuchen. Arbas folgt dem brummeligen Zwerg wie ein Hündchen, der dem vorbeihumpelnden Leunant noch viel Glück im Krieg wünscht. Wir bahnen uns mühsam einen Weg durch die Menge, bis man einen hoch aufgewachsenen Mann in einen Umhang gehüllt vor der Grenze unseres Heerlagers stehen sieht. General Tilemitz der Magier, der Illusionist, ist hier! Etliche Pfeile sind auf ihn gerichtet und Ignatius Stimme erhebt sich über die Szene “Ergebt euch!”. Ich ahne böses, da antwortet er bereits “Ich wollte euch nur mitteilen, dass ich euch erwarte. In 3 Tagen, vor den Toren meines Gefängnisses, das mittlerweile ein recht lauschiges Plätzchen ist. Danke nochmal für den Schlüssel” und grinst fies zu uns herüber. Rungards rauhe Stimme schallt zu uns herüber “Wir sollten ihn gleich hier und jetzt auslöschen!”. Meine böse Vorahnung verstärkte sich, doch es war der Zwerg, der das Wort ergriff und Zweifel daran kundtat, dass Tilemitz tatsächlich hier vor uns stand. “Wir können ja Sicher gehen” antwortet Rungard, wendet sich seinen Bogenschützen zu und erteilt den Abschussbefehl. Geschätzte 200 Pfeile lösen sich auf das Kommando und finden sicher ihr Ziel. Tilemitz ist durchbohrt und blutet aus unzähligen Wunden, als er scheinbar tot zusammenbricht. Jubel bricht aus, doch ich sehe, dass auch meine Gefährten zögern und mißtrauisch die Ereignisse auf dem Feld im Auge behalten. Und richtig, einen Augenblick später steht Tilemitz wieder unversehrt an gleicher Stelle und lacht dröhnend. Meine Nerven sind zum zerreißen gespannt und mit allen Sinnen versuche ich die Ursache für meine Unruhe zu finden, da höre ich es: das Sirren von Pfeilen! Ich stoße eine Warnung aus “Achtung! Pfeilsalve!”, da verdunkeln sie auch schon den Himmel. Ich schrie “Schilde!”, doch es war zu spät, sie gingen auf uns hernieder und strecken viele Männer die ihr Heil in kopfloser Flucht versucht hatten, nieder. Ich konnte den Pfeilen ausweichen, Ardgrimm verbarg sich und die nächststehenden unter seinem Schild, in den gleich mehrere Pfeile der Geschosse einschlugen. Arbas in seiner planlosen Begrenztheit einfach wie angewurzelt stehen blieb. Zwei Pfeile schlugen direkt neben ihm ein und töteten die beiden Soldaten zu seinen Seiten, während er völlig unversehrt blieb. Die Götter hatten eben Humor. Nuok und Hilda schienen ebenfalls unversehrt zu sein, Retinas hatte alle mit seiner Ausrüstung abgefangen. Ich sah mich um und musste feststellen, dass wir große Verluste erlitten hatten. Viele waren tödlich getroffen, noch mehr verletzt worden. “In drei Tagen…” schallte Tilemitz Stimme ein letztes Mal über das Feld, bevor er einfach verschwand. Es waren hässliche kurze Goblinpfeile gewesen, eigentlich viel zu weit geschossen. Ihre Reichweite war sonst beträchtlich kürzer. Nuok studierte sie eine Weile eingehend, bevor er verkündete “der Pfeil ist nicht echt”. Nach einer kurzen Pause reagierte Ignatius als erster und befahl die Kristalle zu holen. Uns werden unsere Brillen überreicht und nun sahen wir es: die Pfeile waren eine Illusion. Allen Verletzten konnte damit geholfen werden, sie durch die Gläser blicken zu lassen. Die Wunden schlossen sich sofort, als sie die Illusion als solche erkannten, doch für die Gefallenen war es zu spät. Wir hatten Verluste von etwa 150 Mann zu beklagen.

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