Butzes Aborea Runde

Der Weg nach Xara

Aborea – Der Weg nach Xara

Lady Emeralde hatte den Kampf mit den Attentätern im Gasthaus zu unseren Gunsten entschieden und die Gruppe will sich auf den Weg zu den Minen in Xara machen um die Kristalle für die Gläser zur Aufdeckung der Illusionszauber zu machen.

Tagebucheintrag von Liliza

“Es scheint kein Weg daran vorbei zu führen diese Kristalle für die Gläser zu besorgen, wenn wir eine Chance im Kampf gegen diesen Illusionisten “General Tilemiz” haben wollen. Der Beschluss war gefasst und aufgrund eines Tips suchten wir ein nahe gelegenes Kartenarchiv auf. Ein lächerliches, aber freundliches Männlein bot uns seine Hilfe an und stand uns mit seinem Rat zur Seite, während wir versuchten zu entscheiden welche Route die beste für unsere Reise sei. Wir hatten die Möglichkeit das Ziel per Schiff, über Land oder einen unheilschwangeren unterirdischen Weg mit äußerst lückenhaftem Informationsgehalt zu nehmen. Für die verschiedenen Routen zeichneten sich folgende Probleme ab: die Schiffsreise wäre sicher die schnellste, wir würden in den Hafen von Xara aber ganz offiziell einlaufen. Da es in diesen Ländern jedoch schon verwunderlich ist, dass überhaupt Handelsbeziehungen bestehen, würde es schwierig werden diesen in Richtung Landesinnere zu verlassen. Zumindest würde es uns sicher eine ganze Stange Überredungsgeld kosten. Der Landweg ginge auf Kosten der Zeit und mit der Unsicherheit, ob die Bergpässe passierbar sein würden, allerdings kämen wir ziemlich in der Nähe unseres Zielgebietes an. Zu guter letzt konnte sich Retinas an eine unterirdische Verbindung erinnern, zu der es jedoch nur wage Informationen gab, die zudem nichts Gutes verhießen. Die lückenhaften Kenntnisse dieser Strecke entsprangen nicht zuletzt der Tatsache, dass sie seit Urzeiten nicht mehr genutzt wurde, weil sie gefürchtet wurde. Wunderbar. Aufgrund der Tatsache, dass gleich zwei Zwerge mit abstimmten, fiel die Wahl natürlich auf den unterirdischen Weg. Es gibt einfach so viele Gründe diese kleinen Männer zu verabscheuen – seufz. Unsere Diskussion wurde von einer Gestalt an der Tür unterbrochen: ein in eine Art Kutte gekleideter Menschenmann. Ich musterte ihn argwöhnisch, befand ihn für harmlos und hätte ihn ignoriert, wenn er nicht das Wort an uns gerichtet hätte. Er bot uns seine Hilfe an. Sein Name war Nuok, er diente dem Gott Estrion und sein geistiger Vorstand hatte ihn mit dieser Mission beauftragt, daher wollte er sich uns anschließen. Wash hätte ihn gehasst, hatte sich aber heute morgen verabschiedet um sich auf eine Art Traumreise zu begeben. Das war ein schwerer Verlust für unsere Gemeinschaft und ich bezweifelte in Nuok einen angemessenen Ersatz gefunden zu haben, aber Verstärkung konnten wir tatsächlich gebrauchen.
So wenig sie mir auch zusagte, die Entscheidung war gefallen und es war Zeit mit den Vorbereitungen zu beginnen. Lady Emeralde war nicht begeistert von unserem neuen Gruppenzuwachs, das war ihr deutlich anzusehen, behielt ihre Kritik aber größtenteils für sich. Das hielt sie jedoch nicht davon ab uns ein großzügiges Versorgungspaket mit verschiedenen Heiltränken, einer Regenerationssalbe und eine berittene Leibgarde zur Verfügung zu stellen. Unser erstes Ziel war Raven, um von dort das Tunnelsystem der Zwerge zu erreichen. Wir brachen so schnell wie möglich auf und machten in demselben
Gasthof Rast, wie auf unserer Herreise nach Padova. In der kleinen Ortschaft herrschte bedrückte Stimmung und als ich die drei noch schwelenden Scheiterhaufen erblickte war mir auch sofort klar warum: irgendwelche vermessenen Gläubigen hatten wieder einmal ihr Werk vollbracht.
Im Gasthaus angekommen war es ein leichtes dem Wirt Details zu entlocken. Drei Frauen waren hingerichtet worden. Kräuter – und Heilkundige, die den Menschen Hilfe geleistet hatten und deren Dank in einem grausamen Tod bestand. Ich verbrachte eine unruhige, schlecht gelaunte Nacht und war froh, als wir am nächsten Morgen wieder früh aufbrachen. Welch Hohn, dass ausgerechnet Magier und Priester die härtesten Verfechter dieser Verfolgungen sind, da ein jeder von ihnen der Meinung ist das Monopol auf außergewöhnliche Macht zu besitzen. Immerhin ist das der einzige Punkt in dem sie sich mal einig sind. Bis Raven gab es keine weiteren Unterbrechungen, doch dort angekommen sahen wir uns mit dem nächsten Problem konfrontiert. Eine riesige Menschenmenge drängte sich um den Zugang zum Zwergenreich und versperrte uns den Weg. Der Grund dafür war das Asyl, das eine als Hexe bezichtigte Frau bei den Zwergen gefunden hatte. Die Menschen forderten die Auslieferung, die Zwerge weigerten sich strikt. Wer hätte gedacht, dass ich der Zwerge Sturheit mal begrüßen würde! Wir verlangten einen Veranwortlichen zu sprechen um freie Passage zu erbitten. Wir versuchten es mit Argumenten, mit Charme und mit Forderung, doch letztendlich brachte uns nur eine List den Erfolg. Unter dem Vorwand als unabhängige Vermittler seine Interessen zu vertreten, veranlasste er den Durchlass. Am Übergang angelangt sprachen wir dem verhandelnden Zwerg (genau genommen ließ er sich mit stoisch versteinerter Miene von einem Menschenmann anschreien, in einigen Dingen sind die Zwerge tatsächlich unschlagbar) unsere Anerkennung aus und nahmen die Plattform ins unterirdische Raven. Dort versorgten wir uns mit Vorräten für eine Woche, Seil, Lampen und Öl. Diese unseligen Loren dienten uns natürlich als Transportmittel, als wir unseren Weg fortsetzten. Einzig Nuok’s Gesicht bei seiner ersten Erfahrung mit diesen Dingern zu beobachten sorgte ein wenig für Erheiterung. Um die Höhlen von Barrator zu erreichen reisten bis zum weitmöglichsten Punkt, Urlaron, wo uns außer einer Lagerstatt auch noch eine äußerst dubiose Mahlzeit und ein paar Schauergeschichten erwarteten. Von nun an ging es nur noch zu Fuß weiter. Der Weg wurde immer steiniger bis wir schließlich auf einen Erdrutsch stießen, der Zugang zu einer wirklich gigantischen Höhle bot. Ausmaße waren nicht erkennbar, ein Ende nicht in Sicht. Mehr oder weniger problemlos bewältigen wir den Abstieg. Retinas stürzte dabei so unglücklich, dass er ernsthaft verletzt wurde und Nuok machte sich zum ersten mal nützlich, nachdem ich schon zu bereuen begonnen hatte ihn mitzunehmen, und heilte ihn. Nunmehr nur noch ein wenig im Stolz verletzt, konnte er gut mithalten. Wir befanden es sei wohl das sicherste an einer Höhlenwand entlang zu gehen, um das Ende zu erreichen, und wählten die linke Seite. Wir bewegten uns an der Wand entlang durch die Höhle, die kein Ende zu haben schien. Es war wie eine Reise in eine andere Welt: die Decke schien von innen heraus zu leuchten und überall wuchsen Pilze in verschieden Größen, wir wanderten sogar unter ihnen hindurch. Die größten Exemplare waren so gigantisch, dass sich ihre Schirme weit über uns erhoben. Dicht
an dich standen sie wie in einem Wald mit Bäumen, überspannten riesige Flächen und bildeten eine nahezu geschlossene Decke über unseren Köpfen. Das sollte sich noch als unser Glück erweisen. Zuerst bemerkten wir nur ein Rauschen, wie von Flügeln, konnten es aber nicht näher bestimmen.
Es wurde lauter und ab und an wurde das diffuse Licht der Höhlendecke, das nur schwach durch den Schirmwald drang, unterbrochen und irgendwann erkannten wir sie: Gargylen! Dutzende. Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinab. Der Kampf mit der Gargyle im Stellwerk war hart gewesen – nur EINER Gargyle – und ich konnte gut auf eine weitere Auseinandersetzung
mit einem dieser Wesen verzichten. Mit äußerster Vorsicht setzten wir unseren Weg fort, stets darauf bedacht im Schutz der Pilze zu bleiben. Irgendwann wurde ein Rauschen wie von Wasser hörbar, doch wir beschlossen unseren Kurs beizubehalten. Das Rauschen wurde mit jedem Schritt lauter und schwoll zu dem Donnern eines wilden Flusses an, der die Höhle in zwei
Hälften teile. Er kreuzte unseren Weg von links nach rechts und schnitt uns damit den Weg ab. Nach genauerer Untersuchung bemerkten wir ein Gestänge und Zähnräder, die sich im Strom des Wassers bewegten und durch die angrenzenden Felswände getrieben worden waren. Eine beeindruckende
Konstruktion deren Sinn sich uns nicht offenbarte. Auch konnten wir keinerlei Rückschlüsse auf deren Herkunft ziehen. Ein schmaler Vorsprung führte an der Bruchkante entlang in die Tiefe und Ardgrimm ließ sich nicht davon abbringen ihn zu untersuchen. Später schwor er,Stimmen und Gekicher gehört zu haben, unmittelbar bevor sich der Mechanismus in Gang setzte und sich zwei Eisengitter herabsenkten, die ihn zu beiden Seiten einschlossen. Die Gitterstäbe waren solide und ihre Anordnung fächerförmig, also nicht durch Klettern zu überwinden. So konnte der Zwerg also weder vor, noch zurück, zu seiner Rechten erhob sich steil die Felswand und zu seiner linken schloss ihn der reißende Fluss ein. Mit dem Seil aus unserem Gepäck wollten wir ihn hoch holen, doch mit dem Überhang des Felsens reichte es nicht an ihn heran, sondern hing über dem Wasser.
Mit etwas Geschick pendelte ich es an ihn heran, er griff beherzt zu und wir konnten ihn „bergen“. Sein Gemurmel über Stimmen und kleine Männer ignorierend, setzten wir unseren Weg nun entlang des Flusses fort, da wir keine Möglichkeit sahen ihn zu passieren. Es wurde Zeit für eine
Rast, so unbehaglich ich mich auch bei dem Gedanken fühlte. Wir teilten paarweise Wachen ein und richteten uns unter einem Pilz ein Nachtlager. Die erste Wache verlief ruhig, die zweite teilte ich mir mit Retinas. Ich war angespannt und wachsam, doch ich bemerkte nichts, bis Retinas´ Schrei mich warnte: wie aus dem Nichts stürzte sich das Wesen auf mich. Das war wahrscheinlich meine Rettung gewesen, denn so konnte ich noch etwas reagieren und es traf mich nicht mit der vollen Wucht seines Angriffs, doch für eine ordentliche Verletzung reichte es allemal. Retinas schwang seine Äxte gegen das schuppige Biest, das einer Echse ähnelte, jedoch riesig war. Es überragte auch den größten von uns locker und hatte mit Schwanz sicher eine Gesamtlänge von 3 Metern. Damit verschaffte er mir Zeit mich zu fangen und ebenfalls eine Attacke zu starten, doch unsere Hiebe schienen nahezu wirkungslos zu sein. In der Zwischenzeit war auch der Rest der
Gruppe erwacht und stürzte sich mit in den Kampf, jedoch mit mäßigem Erfolg. Hilda stimmte mit voller Stimme eine Melodie an, die unseren Kampfgeist entfachte und die Sinne schärfte, doch es reichte nicht um die Oberhand in diesem Kampf zu gewinnen. Sämtliche Treffer schienen das Wesen
kaum zu beeinträchtigen und die Wunden die wir ihm zufügen konnten waren nur klein. Unseren Waffen gelang es kaum die Schuppenhaut zu durchdringen, aber es reichte um es wütend zu machen. Es erwehrte sich seiner vielen Gegner scheinbar mühelos, plötzlich wendete es den Kopf und sah mich an. In seinem Blick lag eine kalte Berechnung die mich zur Vorsicht mahnte und ich machte mich bereit, doch mit dem was dann geschah rechnete ich nicht. Es schleuderte mir eine Ladung grünen, zähen Schleims entgegen, die mich mitten ins Gesicht traf. Der Ekel drohte mich zu überwältigen, doch mein Überlebensinstinkt gewann die Oberhand, ich blieb in Bewegung und
trieb mich an weiter zu machen. Doch abgesehen vom Ekel schien ich tatsächlich geschwächt zu sein. Meine Kraft und meine Treffgenauigkeit ließen nach, außerdem traf mich das Biest immer wieder mit seinen Klauen. Der Schleim musste Substanzen enthalten die seine Opfer schwächten. Doch auch unsere Gruppe landete ein paar Treffer, die Echse verlor zunehmend an Blut und Boden. Zu diesem Schluss schien sie auch zu kommen und mit einem letzten finalen Peitschenschlag ihres Schwanzes trat sie die Flucht an. Sie verschwand zwischen den Pilzen und bevor ihr jemand nachsetzen konnte war sie verschwunden. Außer mir hatte Retinas die schwersten Verletzungen davongetragen, doch Nuok heilte unsere Wunden ohne große Umstände. Jetzt blieb nur noch zu hoffen, dass so schnell kein neuer Angriff folgen würde. Den gesamten nächsten Tag wanderten wir am Fluss entlang weiter, ohne dass eine Veränderung zu erkennen war, bis wir das Beben spürten. Es war eine rhythmisch wiederkehrende Erschütterung die stetig an Stärke zunahm. Wir suchten unter einem besonders großen Pilz Zuflucht, so dies möglich war, und verharrten dort still. Wir
beobachteten die Umgebung während wir den Erschütterungen, die wie stampfende Schritte klangen, lauschten. Atemlos sahen wir zu wie sich etwas einige Meter entfernt einen Weg durch die haushohen Pilze brach: ein Riese!
Gemächlich überschritt er den Fluss, in der Hand gleich mehrere der riesigen Echsen, wie die die uns letzte Nacht so schwer zugesetzt hatte. Nachdem der Riese so knapp an uns vorbeigezogen war und uns der Schreck nicht mehr so tief in den Gliedern steckte, setzten wir unseren Weg fort.
Wir wollten noch ein gutes Stück wandern, um diese seltsame Welt voller Ungetüme so schnell wie möglich hinter uns zu lassen. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gebracht, da gab der Boden unter unseren Füßen nach. Ein Erdrutsch löste sich und riss uns alle mit. Die Bewegung des Untergrunds kam so plötzlich wieder zum erliegen, wie sie begonnen hatte. Das gab mir Zeit mich aufzurappeln und festzustellen, dass wir uns im Zentrum eine Art Erdstrudels befanden. Das ganze sah merkwürdig aus und erinnerte mich an irgendetwas, aber ich kam nicht darauf woran. Jetzt war
es erst einmal daran dieses künstliche, steile Tal wieder zu verlassen. Ardgrimm stellte sich erstaunlich geschickt an – in Gedanken mutmaßte ich, das mochte wohl daran liegen, dass er aus verschiedenen Gründen wahrscheinlich des Öfteren mal aus irgendwelchen Löchern kriechen musste. Er stand schon wieder außerhalb der Grube auf festem Grund, schien aber von irgendwas abgelenkt zu sein, während der Rest der Gruppe mehr oder weniger erfolgreich versuchte diese wieder zu verlassen. Als er sich schließlich wieder zu uns umwandte zeichnete sich plötzlich Schrecken auf
seinem Gesicht ab. Er rief etwas und gestikulierte wild während er gleichzeitig versuchte das Seil aus der Tasche zu reißen. Im selben Moment erregte etwas in unserem Rücken meine Aufmerksamkeit. Langsam und tastend schoben sich dicke Tentakeln aus dem Zentrum der Erschüttung, ganz offensichtlich auf der Suche nach uns. Das war eine raffinierte Jagdtechnik, wie sie auch einige mir bekannte Tiere anwanten. Vielleicht hätte ich mir doch die Mühe machen sollen darüber nachzudenken, woran mich das erinnerte. Ardgrimm war in dieser Zeit nicht untätig gewesen und
das Seil war unsere Rettungsleine. Für meinen Geschmack barg diese Höhle jedenfalls ein paar zu viele Überraschungen der unangenehmen Art und ich wollte sie so schnell wie möglich verlassen. Noch vorsichtiger gingen wir weiter, es gab einfach keine Alternative. Eine zweite Nacht brach an, ohne dass ein Ende des Gewölbes in Sicht war. Ich wurde weit vor meiner Wachzeit von Ardgrimm geweckt, als er einen gewaltigen Radau veranstaltete. Aufgeregt wuselte er durchs Lager und zog
unnötigerweise an unseren Decken, während er vor sich hin lamentierte, er habe sie gefunden, er habe ja die ganze Zeit Recht gehabt, wir müssten sofort mitkommen, wir seien in großer Gefahr und wir müssten uns – unanständiger Fluch – beeilen. Und tatsächlich: er war in Gesellschaft zweier Gnome unterwegs. Unwirklich sahen sie aus, die kleinen Gestalten in ihren seltsamen Anzügen, kompliziert aussehenden Apparatschaften auf dem Rücken und durch dicke Gläser künstlich
vergrößerten riesigenAugen. Auf dem Weg zu ihrem Versteck erfuhren wir dann wie es dazu gekommen war. Die beiden Gnome hatten noch von ihrer Deckung aus darüber diskutiert, wie sie mit uns verfahren sollten, als Ardgrimm sie hörte und ihnen die Entscheidung abnahm. Sie informierten ihn darüber, dass wir schnellstmöglich Schutz suchen sollten, da die “Königin” heute Nacht auf Beutezug gehen würde. Eine Kreatur vor der sich selbst der Riese der unseren Weg gekreuzt hatte versteckte und bei der es sich allem Anschein nach um einen uralten Drachen handelte. Die Gute war hier unten sozusagen in Verwahrung genommen worden und so an ihr unterirdisches steinernes Gefängnis gebunden. Darüber hinaus hatten uns die beiden scheinbar schon bei mehr als einer Gelegenheit das Leben gerettet, denn zum einen hatten sie Ardgrimm vor dem Tentakelwesen gewarnt, zum anderen hatten sie mit ihrer Apparatur die sie auf dem Rücken trugen, unauffällig etliche der Riesenechsen ausgeschaltet. Ich war beeindruckt und dankbar. Allem Anschein nach gab es keinen Grund ihnen zu misstrauen und die Alternative hier draußen zu bleiben und sich weiter durchzuschlagen gefiel mir noch weniger. Also begleiteten wir sie zu ihrem Unterschlupf. Überall standen Geräte mit komplizierten Mechanismen herum und das Licht der Lampen wurde von einer Energie erzeugt, die sie mittels der Räder im Fluss gewannen. Ihr Wissen war unbeschreiblich und doch waren sie unbeholfene, unsichere Männlein. An Geschäftssinn schien es ihnen jedoch nicht zu mangeln, denn immerhin versuchten sie eine kostbare Flüssigkeit gegen “die Elfe” zu tauschen! Ardgrimm feixte eine Sekunde lang in meine Richtung mit einem Blitzen in den Augen für das ich ihn am liebsten sofort erwürgt hätte. Hinter der kostbaren weißen Flüssigkeit verbirgt sich im übrigen ein Wiederbelebungstrank. Das ist also unbeschreiblich kostbar, umso verwunderlicher also, dass Lampenöl dann ebensogut als Tauschmittel akzeptiert wurde, über das sie sich freuten wie kleine Kinder. Sie sind eben verschroben. In der Sicherheit ihrer eigenen kleinen Höhle verbrachten wir vergnügliche Stunden mit Reden und Staunen. In ihrem Fundus fantastischer Tränke befand sich unter anderem sogar ein schwarzer Necromantietrank, wie unheimlich. Sie erfuhren vom Grund unserer Reise und es war ihnen vollkommen unverständlich, warum wir dafür den beschwerlichen Weg nach Xara auf uns nehmen wollten, wo diese Kristalle die wir suchten doch massenhaft in einem unterirdischen See ganz in der Nähe zu finden waren! Wie selbstverständlich boten sie uns an uns mit ihrem Unterseekonstukt hinzubringen, einige zu ernten und sogar gleich zu Gläsern zu verarbeiten, die wir benötigten. Was für eine glückliche Wendung der Dinge! Sie mussten eine fast unbegrenzte Lebensspanne zur Verfügung haben. Seit Jahrhunderten mussten sie schon allein in diesem Höhlensystem wohnen und forschen, und sie dachten gar nicht daran diese zu beenden, wo es hier noch so viele Sachen zu entdecken gab. Ich konnte natürlich nicht wiederstehen zu versuchen ihnen eine besonders interessante Tinktur intensivgelber Farbe abzuschwatzen, die die beiden Gesellen aus einer der Pilzsorten gewann. Auf die Waffen gestrichen entfaltete sie auch nur bei der kleinsten Verletzung ihre äußerst nützliche lähmende Wirkung, und das ausgesprochen schnell. Mit diesem Gift hatten sie die Echsen unschädlich gemacht. Selbstverständlich hatte das ganze seinen Preis. Doch nach kurzem Überlegen war ich bereit ihn zu zahlen, das Extrakt war einfach zu kostbar. Irgendwann in der Nacht entrichtete ich ihn unbemerkt von den anderen.
Das Unterseeboot bestand aus einer Metallkapsel, angetrieben von rotierenden Paddeln. Durch ein Stahlrohr, das vom Innenraum der Kapsel nach außen reichte, konnte man durch eine Art angebrachtes Brillengestell die Umgebung betrachten. Der Ausblick war atemberaubend! Diffus gefächertes Licht bestrahlte in Blau- und Grüntönen riesige Kristallformationen. Schwärme kleiner silberner Fische bewegten sich vollkommen synchron in schillernden Wolken durch das Wasser. Ich erhaschte nur ein paar mal einen kurzen Blick, aber ich bin mir sicher größere Fische mit seltsam geformten, vorstehenden Kiefern voller wild hervorstehender spitzer Zähne gesehen zu haben. Und einmal sah ich mitten im Dunkel ein Licht aufflammen: ein aalartiges Wesen mit einem leuchtenden Streifen über die gesamte Flanke flüchtete blitzschnell in eine Felsspalte. Ich konnte mich kaum satt sehen während unsere gnomischen Freunde einen großen Kristall ansteuerten. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie mit Hilfe eines Greifarms genügend Material geborgen und es an eine fauchende Maschine verfüttert, an deren Ende die schon fertig geschliffenen Scheiben ausgespuckt wurden. Unser Besuch in der geheimnisvollen Unterwasserwelt war beinahe zu schnell zu Ende. Der Abschied von unseren neuen Freunden nahte. Sie waren fest entschlossen den Zugang, durch den wir in die Höhle gefunden hatten, wieder zu verschließen, er stellte eine Gefahr dar. Doch das bedeutete zugleich, dass wir uns wahrscheinlich nie wieder sehen würden, was ich überraschenderweise ehrlich bedauerte. Die zwei diskutierten darüber, es sei doch erste einige Tage her, dass sie das Loch bemerkt und hatten versiegeln wollen. Doch wenn ich den logischen Zeitrahmen überschlug, mussten es Jahrzehnte her sein. Was wiederum meine Theorie bestätigte, Zeit spiele für die beiden überhaupt keine Rolle. Daran gemessen wirkte das vergleichsweise lange Leben eines Elfen wie ein Wimpernschlag. Vor allem Ardgrimm bettelte darum wiederkehren zu dürfen, doch die zwei Männlein lachten nur und sagten, sollte er einen anderen Weg zu ihnen finden, sei er herzlich willkommen. Sie versprachen uns auf dem schnellsten Wege zurück zu schicken und ich war ihnen dankbar nicht noch einmal druch die Höhlen und mit den Loren reisen zu müssen. Hätte ich ihre Reisemethode gekannt, wäre ich es vielleicht nicht gewesen. Wir wurden angewiesen auf in einer Reihe hintereinander aufgestellten Sitzen Platz zu nehmen, an denen wir mit gekreuzten Riemen festgeschnallt wurden. Sie selbst saßen ganz vorn und die ganze Reihe setzte sich in Bewegung. Das Gespann beschleunigte immer weiter und nahm Übelkeiterregende Geschwindigkeit auf. Ehe wir uns versahen wurden wir aus dem Berg katapultiert und abgekoppelt. Vor Schreck setzte mein Herz einen Moment aus. Unsere Helfer winkten uns fröhlich grinsend hinterher, während unsere fünf Hintern auf Strühlen festgeschnallt durch die leere Luft segelten. Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte musste ich gestehen, dass die Aussicht überwältigend war. Wie sich die Landschaft unter uns ausbreitete war einfach fantastisch. Ich meinte die Gegend wiederzuerkennen und genau in diesem Moment löste sich ein eigenartiger Stoff aus einer Vorrichtung hinter unserem Rücken und ein Schirm spannte sich über unseren Köpfen. Langsam schwebten wir zu Boden, wo uns ein Bauer auf seinem Feld mit großen Augen beobachtete, bevor er in Ohnmacht fiel. Als er erwachte, erkundigte ich mich nach seinem Wohlbefinden. Wir seien Wanderer und hatten beobachtet wie er gestürzt und dabei mit dem Kopf aufgeschlagen sei. Äußerst verwundert lauschte ich seinen Ausführung von unserer Ankunft, lachte und versicherte ihm das müsse Folge des Sturzes gewesen sein. Ihn das glauben zu machen war am sichersten. Wir waren unweit von Leet herunter gekommen, es dauerte also nicht lange bis wir es erreichten. Das kleine Dorf war nicht wiederzuerkennen, es glich mittlerweile mehr einem Militärstützpunkt. Wir statteten unsem Freund dem Gastwirt einen kurzen Besuch ab, wo er uns herzlich empfing wie alte Freunde. Er gab uns auch den Hinweis, wo wir den …. finden würden. Nach ein wenig Hin und Her entschieden wir uns Lady Emeralde mittels Gedankenverbindung eines Magiers zu kontaktieren und von unserem gelungenen Auftrag in Kenntnis zu setzen. Nach unserem vollständigen Bericht kamen wir überein, die Brillengläser strategisch klug an die militärischen Befehlsführer der Truppen weiter zu geben.

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Inara

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